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    <title>Von der Weite und Enge der Welt</title>
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    <dc:publisher>Majsol</dc:publisher>
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    <title>Tag Eins</title>
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    <description>Einhundertvierzig Euro ärmer bin ich jetzt. Grundausstattung für die Vorbereitungsphase. Nach dem Zähneputzen gibt es ab sofort das M*rgenritual, im Lauf des Tages nach einer Mahlzeit das Sch*tzschild und einmal N€rvenstark. Alles noch fein soweit, aber das abendliche B^senritual istvaber definitiv eine Qual. Schmeckt wie grisselige Algen im Mund. Bäh.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ich harre nun der Dinge - laut Anleitung soll man bereits in diesem 14 bis 30 Tagen eine erste Veränderung bemerken. Den S*nnenfreund werde ich max. alle zwei Tage nehmen. Da hat man mir in der Anleitung fast etwas Angst gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich werde weiter berichten. Nicht täglich, aber gelegentlich.</description>
    <dc:creator>Majsol</dc:creator>
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  <item rdf:about="http://majsol.twoday.net/stories/1022708257/">
    <title>Ich muss abnehmen</title>
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    <description>Nein, das hat mir niemand gesagt. Also jedenfalls nicht direkt. Eher merke ich es an den Blicken der anderen. Und an meinem eigenen, der den Spiegel wie die Pest meidet. Und wenn, dann nur ins Gesicht. Das geht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich mag ich mich. Aber, was sich mittlerweile unterhalb meines Halses abspielt, ist nicht mehr feierlich. Und messbar auch nicht mehr. Nicht, weil meine Waage kaputt ist, sondern weil ich mich nicht mehr draufstellen mag. Dabei weiß ich schon lange, dass es so nicht mehr weitergehen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Pferd (und naja, auch meinem Knie) zuliebe, habe ich vor längerer Zeit aufgehört zu reiten. Ich habe auch aufgehört, mich hinzuknieen. Und irgendwann habe ich auch aufgehört, meine Socken problemlos anzuziehen. Nicht nur das fortgeschrittene Alter fordert derzeit Tribut, auch mein immer mehr schmerzender Körper, der störende Bauch, die benötigten Kleidergrößen, die ich nur noch so gerade eben im &quot;normalen&quot; Handel erhalte, die unzähligen Klamotten in meinem Kleiderschrank, die ich mir staunend anhalte und mich frage, wann ich sie das letzte Mal tragen konnte (und dich ich trotzdem nicht wegwerfen mag).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es muss was passieren. Und zwar bald.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;https://static.twoday.net/Majsol/images/Apfel.png&quot; width=&quot;285&quot; alt=&quot;Apfel&quot; align=&quot;left&quot; title=&quot;&quot; class=&quot;left&quot; height=&quot;220&quot; /&gt; Und trotzdem ist es so, dass ich mega erschrocken darüber bin, wie sehr ich mittlerweile auf Essen (nein, nicht auf feste Mahlzeiten), generell aufs Essen - zu normalen Zeiten und zwischendurch - fixiert bin. Das war doch früher nicht so. Erklärt aber auch, warum ich so aussehe, wie ich aussehe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem eine Bekannte, Freundin eher nicht, vor zwei Jahren mit dem CellReset begonnen hat und mir seitdem in den Ohren hängt, dass meine Klamotten an ihr schlackern, habe ich eine Stinkwut auf sie. Warum? Weil sie mir vorhält, zu viel zu sein? Oder weil sie den Weg geschafft hat (wobei sie schon zu Schulzeiten deutlich weniger Mensch war als ich). Aber das hat mich auch neugierig gemacht. Und deshalb habe ich beschlossen, JETZT zu beginnen. Mit dem Start in ein neues Leben. Und mit dem Abschied vom alten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum ich das hier aufschreibe? Naja, klar. Weil ich (berechtigte?) Angst habe, das nicht durchzuhalten. Die ersten Phasen dauern immerhin 4,5 Monate. Das ist locker über Weihnachten. Über diverse Einladungen zum Essen gehen, treffen u.ä. hinweg. In meinem Kopf überlege ich mir jetzt schon, wie ich mich da rausrede. Und mir wird klar: Ich bin krank. Fixiert auf Essen. Wenn ich morgens meine Tasche für die Arbeit packe, könnte man glauben, ich bleibe eine Woche fort. WARUM? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was kompensiere ich mit dem Verschlingen von Schokolade, dem Essen spätabends, den viel zu großen Portionen? Ich möchte dem auf die Spur kommen. Und parallel dazu mal wieder in normale Bahnen kommen. Figurtechnisch, lebenstechnisch und was ich noch will? Mit meinem kleinen Hund was erleben und... ja, ich gestehe es mir ein, ich möchte auch gern mal wieder reiten. Es fehlt mir doch. Einfach mal Seele baumeln lassen in der Natur. Mehr als nur longieren oder putzen und füttern. Mein Pferd ist schon 22. Er wird auch nicht jünger, sein Rücken nicht besser. Ist das meine Motivation? Vielleicht auf jeden Fall ein Anreiz.</description>
    <dc:creator>Majsol</dc:creator>
    <dc:subject>CR-Welt</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2025 Majsol</dc:rights>
    <dc:date>2025-09-01T10:25:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://majsol.twoday.net/stories/1022694835/">
    <title>Und schon wieder ist es so lange her</title>
    <link>http://majsol.twoday.net/stories/1022694835/</link>
    <description>Ich vergesse diesen Blóg nicht. Ich verdränge ihn höchstens. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. Vermutlich deshalb, weil ich mich nie traue, echte Namen zu schreiben und weil ich nicht weiß, ob nicht vielleicht doch mal jemand drüber stolpert, der mich hier erkennt. Möchte man ja nicht - sein Tagebuch gelesen wissen. Und irgendwie ja doch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo soll ich anfangen? Es ist so viel passiert. So unfassbar Trauriges, und natürlich auch ein paar schöne Dinge. Dass Corona die Welt (und nicht nur meine) verändert hat, ist völlig klar; zum Glück liegt aber wohl das Schlimmste hinter uns. Keine Maskenpflicht mehr - weder beim Einkaufen, noch in Bus und Bahn, auch nicht mehr bei Veranstaltungen, man darf sich wieder die Hand reichen und auch mal jemanden umarmen, wenn einem danach ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, eine nicht gegebene Umarmung ist das, was mich so sehr umtreibt, dass es mich einfach nicht los lässt. Lächerlich, mag man denken, aber hätte ich gewusst, dass es die letzte Chance gewesen wäre, meiner mittlerweile verstorbenen Freundin noch einmal Liebe und Geborgenheit zu vermitteln - ich hätte es trotz anstehender Chemo und dem Nichtwissen, ob man denn nun gerade Virusträger ist oder nicht, getan. Und ich habe es nicht gemacht, weil ich nichts riskieren wollte. Und ich habe es mir tausendmal vorgeworfen. Aber hätte ich das ahnen können? Ich habe diese Krankheit fast schon ans Lächerliche grenzend unterschätzt. Zwei Monate nach der Diagnose sterben zu müssen, war für mich undenkbar. Aber das ist nun eine - ja, wie soll ich es nennen...? vielleicht - Schuld, mit der ich leben muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nicht nur, dass diese eine Freundin Mitte Dezember 2020 aus dem Leben gerissen wurde, nein, auch eine weitere Freundin aus dem gleichen Kreis folgte ihr dreieinhalb Monate später. Eine dritte Freundin trat aus Querdenker-Gründen aus unserer Gruppe aus, und nun sind wir statt sieben nur noch vier. Die Zeit wird zeigen, ob wir auch so weiterbestehen können. Unsere beiden Engel fehlen bei jedem Treffen, auf die dritte kann ich gut verzichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch ein ehemaliger Campingnachbar hat seine Erkrankung nur knapp drei Monate bekämpfen können, bevor er Mitte Juni 2020 starb. Eine ehemalige Klassenkameradin verstarb nur einen Tag vor meiner Freundin. Unser Nachbar in gesegnetem Alter von 82 noch gleich kurz bevor die Pandemie uns keine gesellschaftliche Trauer mehr erlaubte; es war seither die letzte Trauerfeier Anfang März 2020. Was waren das für schlimme Zeiten - geliebte oder wichtige Menschen zu verlieren, ohne sich einander trösten zu können, war wohl eines der elementarsten Dinge, die ich der Pandemie zuschreibe. Also für mich. Für andere kann ich ja nicht sprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeitgleich aber hat dieses alles erdrückende Virus aber auch dazu beigetragen, dass wir uns ein neues Auto, mit dem nun auch meine Mutter wieder mit uns unterwegs sein kann, weil es eine Rampe und Sicherungsmöglichkeiten für Rollstühle hat, gekauft haben. Wenigstens sie blüht jedes Mal auf, wenn wir losfahren. Schmerzen scheinen wie weggeblasen, im Fokus stehen Einkaufen (!), Fischbrötchen essen und die sich verändernde Gegend im Lauf der Jahreszeiten anzusehen, nein: ansehen zu können. Eine alte Freundin ist wieder aufgetaucht - auch das gibt Motivation und Freude. Und auch, wenn die Krankheit immer mehr nach meiner Mutter greift, und sie bei fast allen Dingen des täglichen Lebens Unterstützung braucht, so ist es doch täglich wieder eine Freude zu sehen, dass sie sich von Tag zu Tag kämpft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ach, ich könnte so viel schreiben, aber ich hoffe einfach, dass ich das nun wieder regelmäßiger hinbekomme und meine Gedanken dann hier über diesen Weg etwas Struktur verschaffen kann. Das ist nämlich das, was ich über die letzten Jahre irgendwie an mir verloren habe. Ich hätte sie gern wieder.</description>
    <dc:creator>Majsol</dc:creator>
    <dc:subject>GefühlsWelt</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2023 Majsol</dc:rights>
    <dc:date>2023-05-16T16:02:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://majsol.twoday.net/stories/1022677713/">
    <title>Viereinhalb Jahre</title>
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    <description>Fast auf den Tag genau ist mein letzter Blogeintrag viereinhalb Jahre her. Da hatte ich von &quot;Glück(Seligkeit)&quot; geschrieben. Seither ist viel passiert. Viel zu viel, als dass ich das hier alles wiedergeben könnte - abgesehen davon, wäre auch nicht alles für die Öffentlichkeit und meine unzähligen Follower (genau 0, aber man weiß ja nie wie viele Menschen zufällig über diesen Blogbeitrag stolpern) geeignet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese 4,5 Jahre haben mir zahlreiche graue Haare gebracht. Auch wenn es mir immer noch ein wenig schwer fällt, stehe ich heute zum Altersblond. War &quot;er&quot; nur immer der Verursacher? Nein, sicherlich nicht, aber ganz bestimmt zu einem großen Teil. Aber zurück zum Anfang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum bin ich heute wieder hier? Gelegentlich vermisse ich es, einfach mal Luft ablassen zu können. Mir alles von der Seele zu schreiben, weil das so unglaublich erleichtert. Und nicht zuletzt weil es, wenn man es in Blogform macht, einem ermöglicht, später noch mal ein paar denkwürdige Stellen im Leben Revue passieren zu lassen; nicht nur in Gedanken, sondern auch im geschriebenen Wort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während ich einen Blogbeitrag meiner neuen Kollegin durchlas, fiel mir ein, dass ich doch auch einmal so etwas begonnen hatte. Und so kam ich zurück zu meiner &quot;Weite und Enge der Welt&quot; bei Twoday. Sogar das Passwort fiel mir auf Anhieb ein. Ganz so schlimm kann es mit meinem Gedächtnis ja offenbar nicht sein - auch wenn ich mich beim Überfliegen diverser meiner Beiträge hier definitiv nicht daran erinnere, wen ich bei der Weihnachtsfeier 2008 so toll fand. Da muss ich aber wirklich nochmal grübeln. So einen richtig tiefen Eindruck scheint dieser Mensch ja wirklich nicht hinterlassen zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich werde in der kommenden Zeit mal meine Gedanken sortieren, dass hier nicht alles durcheinander steht und ich mich dann gerne an das eine oder andere erinnern werde.</description>
    <dc:creator>Majsol</dc:creator>
    <dc:subject>GefühlsWelt</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2020 Majsol</dc:rights>
    <dc:date>2020-07-27T11:50:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://majsol.twoday.net/stories/1022542800/">
    <title>Ein Monat voll Glück(seligkeit)</title>
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    <description>Über einen Monat ist es her, dass mein Schatz in mein Leben getreten ist. Ein Monat, in dem sich so viel verändert hat. In dem so vieles so viel schöner geworden ist. In dem ich begreifen durfte, dass ich doch noch wirklich lieben kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine größte Sorge war, dass das anfängliche Feuer schnell wieder verglüht, wenn es vom Urlaub in den Alltag geht. Aber nein, ich erlebe gerade einen ganz neuen Alltag. Mit einem Mann, der abends mit Kaffee oder einem Essen auf mich wartet, wenn ich von der Arbeit komme. Mit einem Mann, der mich bei meinen morgendlichen Tätigkeiten hier genauso begleitet, wie bei den abendlichen. Mit dem die Gassirunde nun mind. drei Mal so lange dauert. Nach so langer Zeit endlich mal wieder ein Sonntag, an dem wir zum Spazierengehen an die Küste gefahren sind - ohne schlechtes Gewissen und ohne Zeitdruck. Einfach schön. Ich hatte schon längst vergessen, wie schön das alles sein kann - und vieles davon habe ich noch nie so erlebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Monat haben wir zusammen verbracht, als würden wir unser Leben lang nichts anderes tun. Nur freundliche Worte, viele Fragen, viele Antworten, wunderschöne Tage und noch viel schönere Nächte. Gemeinsames Einschlafen und Aufwachen - ich wusste schon nicht mehr, wie schön es sein kann, wenn man als erstes morgens und als letztes Abends eine geliebte Stimme hört, eine Hand ertastet und einfach alles andere vergessen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin verliebt.&lt;br /&gt;
Eindeutig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute ist der erste Tag von vielen, an denen wir uns nicht sehen können. Nachtschicht. Keine Chance auf ein gemeinsames Leben, weil sich Arbeitszeiten und die Entfernung es nicht zulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich nach Hause kam, habe ich einen Zettel gefunden. Einen Liebesbrief. Wann habe ich den letzten bekommen? Ich vermag es nicht zu erinnern. Handgeschrieben mit so viel Gefühl, dass mir die Tränen kommen mussten. Ich vermisse ihn. Schon jetzt. Dabei sind es erst ein paar Stunden, die wir uns nicht sehen. Und denen werden noch viele folgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wir sind ja schon groß, haben wir uns gesagt. Erwachsen. Und wir werden damit leben (können). Ja, das wollen wir beide. Weil wir seins und mein Leben zusammenbringen möchten. Eine Herausforderung für die Zukunft, die immer wieder getragen werden wird von den Zeiten, in denen wir jede einzelne Stunde gemeinsam verbringen können.</description>
    <dc:creator>Majsol</dc:creator>
    <dc:subject>GefühlsWelt</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2016 Majsol</dc:rights>
    <dc:date>2016-01-26T21:48:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://majsol.twoday.net/stories/1022535264/">
    <title>Mein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk</title>
    <link>http://majsol.twoday.net/stories/1022535264/</link>
    <description>Seit Jahren bin ich Single - bis auf einen kurzen Versuch vor einiger Zeit. Dieser &quot;Versuch&quot; - anders kann ich es leider nicht nennen - basierte wohl eher auf einem Wunschdenken als auf wahren Gefühlen. Zum Glück endete dieser Versuch fast genauso schnell wie er begonnen hatte, und ich hatte für mich erstmal wieder mit der Partnersuche abgeschlossen. Vielleicht bin ich auch gar nicht beziehungstauglich - nach dreieinhalb Jahren ist ein Stellen dieser Frage an sich selbst durchaus erlaubt, finde ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nichtsdestotrotz habe ich mich weiterhin zaghaft in meiner Lieblings-Singlebörse umgesehen, mit dem einen oder anderen geschrieben, aber irgendwie gab es nicht den Volltreffer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis zum 17. Dezember. Da fand ich eine Mail auf mein mittlerweile doch recht provokant geschriebenes Profil; eine Mail von jemandem, dem ich vermutlich nicht geschrieben hätte, da mir die Entfernung zwischen unseren Wohnorten einfach zu groß erschien. Dennoch hat mich die Mail berührt und ich habe geantwortet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diverse Mails und ein Telefonat später kam ich zu der tollkühnen Überzeugung, mich an Heiligabend spätabends mit einem mir fremden Mann in meiner Lieblings-Seehafenstadt treffen zu müssen. Er stimmte zu, und den ganzen Familien-Heiligabend hatte ich Magenkribbeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine 3/4 Stunde Fahrt später sind wir stundenlang durch die nächtliche Stadt gelaufen, haben uns den kräftigen Wind um die Ohren und den leichten Regen ins Gesicht pusten lassen. Es kann also niemand behaupten, uns wäre etwas zu Kopf gestiegen... Nur einen Tag später saß er an meinem Küchentisch und ungefähr in der Geschwindigkeit haben wir unsere Gemeinsamkeit gesteigert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin immer noch etwas geflasht und irritiert von mir selbst. Was passiert da gerade mit uns? Ist es das, worauf ich mein Erwachsenenleben lang gewartet habe? Während ich dies schreibe, kribbelt es wieder und wieder im Magen - ich bin nach so langer Zeit wirklich wieder verliebt. Die schier endlosen Stunden, in denen wir uns nicht sehen, verblassen zu einem Nichts, wenn wir uns abends in die Arme schließen und einfach nur glücklich sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wünsche mir sehr, dass das noch lange so bleibt.&lt;br /&gt;
Vielleicht haben wir beide ja doch ein bisschen Glück verdient.</description>
    <dc:creator>Majsol</dc:creator>
    <dc:subject>GefühlsWelt</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2016 Majsol</dc:rights>
    <dc:date>2016-01-10T10:10:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://majsol.twoday.net/stories/1022472839/">
    <title>Abschied</title>
    <link>http://majsol.twoday.net/stories/1022472839/</link>
    <description>&lt;b&gt;Du bist ins Leere entschwunden, &lt;br /&gt;
aber im Blau des Himmels &lt;br /&gt;
hast du eine unfassbare Spur zurückgelassen. &lt;br /&gt;
Im Wehen des Windes unter Schatten &lt;br /&gt;
ein unsichtbares Bild.&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Rabindranath Tagore&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sehe uns beide im Bulli vor den Toren der Equitana übernachten; bloß nicht Nase an Nase. Sehe dich und deinen Schatz Euch am Schreibtisch umarmen und am See sitzen, um den ich reite. Denke noch oft an unser Winterreiten Montagabends in der kleinen Halle. An deine &quot;Socken&quot; und die &quot;Ohren&quot;. An den Zwiespalt nach deinen Urlauben. Daran, wie sehr du mit dir gerungen hast, ein Pferd zu kaufen; dein Pferd! Unsere gemeinsamen Ausritte, das Wochenende in der Heide und unseren Traum von Bissendorf. An deinen unerklärlichen Groll bei meinen ersten Aufgaben in der Abteilung, an unser mittägliches Einkaufen bis der Euro kam. &lt;br /&gt;
An deinen Spruch, als du wusstest, welchen Weg ich fortan gehen werde. An die Ohnmacht, die ich empfand, als ich damals deine Diagnose erfuhr. Und nicht zuletzt an deine letzten Mails und den Wunsch, dass wir uns öfter sehen wollen: Wenn es wärmer ist, auch gern beim Pferd. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun ist es warm, und ich bin hilflos angesichts der Endgültigkeit und dem Wissen, dass du den Kampf jetzt doch verlieren wirst. Meine speziellste Kollegin und Freundin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Und während ich dies schrieb, hattest du ihn bereits verloren.&lt;/i&gt;</description>
    <dc:creator>Majsol</dc:creator>
    <dc:subject>GefühlsWelt</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2015 Majsol</dc:rights>
    <dc:date>2015-09-11T14:02:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://majsol.twoday.net/stories/1022472746/">
    <title>Eine ganze Woche: schlechte vs. gute Nachrichten</title>
    <link>http://majsol.twoday.net/stories/1022472746/</link>
    <description>Lange habe ich hier nicht mehr geschrieben, viel ist in der Zwischenzeit passiert. Mehr dazu vielleicht später. Heute muss ich mir erstmal etwas von der Seele schreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb von nur einer Woche ist so viel geschehen - angefangen bei der Entlassung zweier Kollegen; die eine fünf Jahre bei uns, der andere fast 30 Jahre. Sie nehmen es mit Fassung, zumindest sieht es so aus, und sprechen nicht viel darüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Dienstagnachmittag dann die schlechte Nachricht, dass eine ehemalige Kollegin, die ich immerhin schon über 27 Jahre kenne und die einst meine beste Freundin war, im Hospiz ist. Sie ist gerade vor zwei Wochen 49 Jahre alt geworden. Ihre Diagnose war seit 3,5 Jahren denkbar schlecht, sie hat gekämpft so gut sie konnte. Und heute hat sie den Kampf verloren. Den ganzen Tag habe ich an sie denken müssen und in Schrift festgehalten, heute Abend habe ich mir noch einmal ihre Fotos bei Facebook angeschaut; nur kurz darauf hat mich eine andere Kollegin informiert, dass sie am Nachmittag gestorben sei. Mir sitzt ein Kloß im Hals. Einerseits ist sie nun von ihren Schmerzen erlöst, andererseits ist es furchtbar so früh sterben zu müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem heute eine weitere schlechte Nachricht - den Job betreffend: Statt weiterer Entlassungen wird die Arbeitszeit verkürzt. Zunächst für ein halbes Jahr; das bedeutet 14 Prozent Gehaltskürzung. Nicht eben wenig. Ich rechne schon die ganze Zeit im Geiste, irgendwie wird das schon gehen. Aber erstmal steht man vor einem Problem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazwischen gäbe es eigentlich auch gute Neuigkeiten, aber irgendwie werden die gerade so von den schlechten überschattet, dass sie unweigerlich in den Hintergrund rücken. Ich will sie trotzdem niederschreiben, damit ich mir vor Augen halte, dass es auch Gutes gibt: Meine Freundin kommt von ihrer Insel zurück, und meine berufliche Veränderung scheint sicher. Für mich also nur drei Monate Gehaltskürzung. Ich kann mich trotzdem nicht wirklich freuen, obwohl ich allen Grund dazu hätte. Nur vor dem Hintergrund fällt mir das unheimlich schwer.</description>
    <dc:creator>Majsol</dc:creator>
    <dc:subject>GefühlsWelt</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2015 Majsol</dc:rights>
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  <item rdf:about="http://majsol.twoday.net/stories/59216468/">
    <title>Tschüss 2011 - ich werde dich nicht vermissen</title>
    <link>http://majsol.twoday.net/stories/59216468/</link>
    <description>Wenn ich an das Jahr 2011 zurückdenke, fallen mir nicht viele schöne Dinge ein. Nein, ich bin wirklich froh, dass dieses Jahr endlich vorbei ist. Und wenn dieses nicht halb so schlimm wird, will ich mal schon zufrieden sein...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es begann mit H., dem Mann, der sich unbedingt umbringen wollte, mein Pferd hatte sich eine seltsame Krankheit zugezogen, und auch die Hunde scheinen nicht ganz gesund zu sein. Ein trockenes Frühjahr brachte reichlich Stresssituationen auf unserem Land und der ins Wasser gefallene Sommer hatte dann Probleme beim Aufstallen zur Folge. Es gab zahlreiche Personaldezimierungen in meiner Firma, die &quot;irakische Rose&quot; wurde zur Verschrottung weggebracht. Dem folgte die Kolik meines Pferdes im Sommer und eine weitere im Herbst, die ihm den Tod brachte. Zeitgleich musste meine Mutter mit erschreckender Diagnose ins Krankenhaus. Ein weiterer Bekannter musste viel zu früh sterben, und zum krönenden Abschluss hat sich mein (neues) Pferd an Silvester verletzt. Von den Beziehungsproblemen das ganze Jahr über will ich mal gar nicht erst anfangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die einzigen Highlights waren der Kauf des kleinen roten Traktors, unsere Feier im Sommer (wobei die ja auch mehr oder weniger ins Wasser fiel) und die Bereitschaft eines Freundes, mir sein Pferd zu überlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bitte, 2012, bitte sei etwas freundlicher zu uns!</description>
    <dc:creator>Majsol</dc:creator>
    <dc:subject>SonderbareWelt</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2012 Majsol</dc:rights>
    <dc:date>2012-01-01T17:22:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://majsol.twoday.net/stories/25480327/">
    <title>Bauern! Auf in die sechste Runde!</title>
    <link>http://majsol.twoday.net/stories/25480327/</link>
    <description>Strahlend sprechen 14 Jung-/Altbauern in die Kamera - sie suchen ihr LIebesglück, weil das Landleben zu wenig Zeit lässt, die wahre Partnerin fürs Leben zu finden. Halt! 13 Bauern suchen die Frau fürs Leben, einer sucht einen Mann. Erstmalig bei dieser Show. Aber niedlich isser, der Philipp. Da findet sich doch bestimmt ein echter Reitersmann für den akzeptierten Herrn im Buntkarierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seltsam, dass die Bauern mit Sprüchen wie &quot;...ach, ich vermisse was zum Kuscheln...&quot; glauben, die Traumfrau aufgabeln zu können. Als hätte &quot;frau&quot; nur das eine zu bieten. Und gleich mit der Tür ins Haus zu fallen - na, meine Herren, ich weiß ja nicht. Dass alle das eine wollen, ist doch sowieso klar - muss man nicht auch noch im anonymen &quot;Vorstellungsgespräch&quot; erwähnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin mal gespannt, welche Mädels sich da wieder trauen. Und natürlich auf das Gezicke auf dem Hof, wenn sich der gnädige Herr zwischen beiden nicht entscheiden konnte und prompt beide mit zu sich nach Hause nimmt ;-)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;(Hach, wäre doch schon Oktober...)&lt;/i&gt;</description>
    <dc:creator>Majsol</dc:creator>
    <dc:subject>BauernWelt</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2011 Majsol</dc:rights>
    <dc:date>2011-06-14T21:29:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://majsol.twoday.net/stories/19472633/">
    <title>Drecksviecher, Kannibalen... - mir fehlen die Worte</title>
    <link>http://majsol.twoday.net/stories/19472633/</link>
    <description>&lt;img src=&quot;https://static.twoday.net/Majsol/images/Zecke-hoch-drei-1x.jpg&quot; width=&quot;296&quot; alt=&quot;Zecke-hoch-drei-1x&quot; align=&quot;right&quot; title=&quot;&quot; class=&quot;right&quot; height=&quot;296&quot; /&gt;Zecken sind neben Bremsen wohl die ekelhaftesten Begleiter des Sommers. Nicht genug, dass ich seit Ende Februar (jawohl!) fast täglich dies Blutsauger von Hals und Kopf meiner Katze oder der Hunde pulen muss, nein, mir ist aufgefallen, dass neuerdings oft genug noch eine Zecke am Bauch der dicken Zecke sitzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun aber der (vorerst) ultimative Höhepunkt: Eine Zecke hoch drei!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist das nicht widerlich?&lt;br /&gt;
Darf man dazu noch Schmarotzer sagen?&lt;br /&gt;
Oder lieber Kannibale?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Ideen?</description>
    <dc:creator>Majsol</dc:creator>
    <dc:subject>SonderbareWelt</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2011 Majsol</dc:rights>
    <dc:date>2011-06-09T21:46:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://majsol.twoday.net/stories/19472624/">
    <title>Wer will mich denn da hochnehmen...?</title>
    <link>http://majsol.twoday.net/stories/19472624/</link>
    <description>Da habe ich endlich ein Deo gefunden, das nicht nur gut riecht, sondern auch die schnell sprießenden Haare nach der Unterarmrasur verhindern soll, da muss ich feststellen, dass irgendwer (der Hersteller?) mich wohl auf den Arm nehmen will (Vorsicht, Herr N*v*a, ich bin schwer!)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier der Aufreger:&lt;br /&gt;
(links die leere Dose - rechts die neue, volle)&lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;https://static.twoday.net/Majsol/images/Deo-1x.jpg&quot; width=&quot;375&quot; alt=&quot;Na, fällt Euch was auf?&quot; align=&quot;center&quot; title=&quot;Na, fällt Euch was auf?&quot; class=&quot;center&quot; height=&quot;296&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja glauben die denn, ich kann nicht lesen? Nicht dass ich es bräuchte, ich persönlich finde 48 Stunden Deoschutz auch etwas übertrieben, aber das ist doch wohl ein Scherz...</description>
    <dc:creator>Majsol</dc:creator>
    <dc:subject>SonderbareWelt</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2011 Majsol</dc:rights>
    <dc:date>2011-06-09T21:32:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://majsol.twoday.net/stories/16561358/">
    <title>Alles hat seinen Sinn</title>
    <link>http://majsol.twoday.net/stories/16561358/</link>
    <description>Dein Tod hat dich mir näher gebracht, als ich es je für möglich gehalten hätte. Du hast mich mit meiner Einwilligung mit dort hineingezogen. Bewusst? Vielleicht. Die Überreste deines Lebens weiß ich in ruhigen Händen zu halten. Ein bisschen Ehre für das, was du uns hinterlassen hast.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein, es war nicht alles schön, was ich gefunden habe. Und das wusstest du. War es Absicht? Konntest du noch richtig darüber nachdenken, oder wie fern warst du dieser Welt schon, als du den fatalen zweiten Abschiedsbrief so deutlich sichtbar auf deinen Schreibtisch gelegt hast?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;https://static.twoday.net/Majsol/images/Kalender.jpg&quot; width=&quot;300&quot; alt=&quot;War das ein guter Tag, um zu sterben? Oder um eine solche Entscheidung zu treffen?&quot; align=&quot;left&quot; title=&quot;War das ein guter Tag, um zu sterben? Oder um eine solche Entscheidung zu treffen?&quot; class=&quot;left&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;Es wird wohl immer ein Rätsel bleiben. Ich kann mir nur meine Gedanken dazu machen, und die ehren dich nicht. Trotzdem kann ich nicht richtig wütend darüber sein. Ich denke, es ist das Beste, dir diesen Faux-pas zu verzeihen oder ihn einfach zu ignorieren. Es wird wohl auch ein Rätsel bleiben, was zwischen deinem bewusst letzten Tag, dem 12. Januar, an dem du ein Kreuz in deinen Taschenkalender gemalt und den Wandkalender stehen gelassen hast, und dem 17. Januar war. Drei Tageszeitungen fehlen. Sie sind nicht da. Hast du am 12. beschlossen zu sterben, und es erst am 15. oder 16. verwirklicht? Nachdem du die Zeitungen noch in den Papiercontainer gebracht hast?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deine letzte warme Mahlzeit war eine Pizza. Du hast noch alles Geschirr abgewaschen. Bis auf das Glas Wasser, das noch auf der Spüle stand, und den Teelöffel, der in dem fatalen weißen Pulver steckte, das deinem Leben ein Ende bereitet hat. Ich weiß, welche Filme du in deinen letzten Tagen noch gesehen hast - du hast sie angekreuzt in der Fernsehzeitung. Am 12. war nichts mehr angekreuzt. Auch danach nicht mehr. Woher kam das Rätselheft aus dem Sommer 1992 auf deinem Küchentisch? Nur wenige Rätsel waren gelöst - und dazu in sehr klarer Schrift.Die Milch im Kühlschrank war seit Dezember abgelaufen, die Jagdwurst erst seit einigen Tagen, die ungeöffnete Packung Kaffee schon im Frühjahr 2010.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wann hast du beschlossen zu sterben? Am 12.? Oder vielleicht schon früher? Warum an einem Mittwoch im kühlen Januar? Du hattest das doch eigentlich noch gar nicht vor, oder? Der Jahreskalender von 2011 war gespickt mit Geburtstagsterminen. Und zum Arzttermin im Februar wolltest du zusammen mit meinem Vater fahren. Du hast ihn nicht abgesagt. Was hat dich dazu gebracht, die weißen Pulver in einem 10-Liter-Eimer zusammenzurühren, es zu löffeln und mit Jägermeister herunterzuspülen? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und warum hast du dich zum Sterben nicht ins Bett gekuschelt? Auf dem Fußboden war es doch viel zu kalt, weil du die Heizung heruntergestellt hattest. Dein Gebiss, das im Flur lag. Deine Gehhilfe. Die offene Badezimmertür. Und die klebrigen Fliesen vor der Waschmaschine. Was ist dir noch widerfahren? Hattest du es dir doch noch anders überlegt und konntest du es doch nicht mehr ändern? Hattest du etwas vergessen, dass du noch einmal aufgestanden bist? War das Sterben wirklich die Erlösung, die du dir vorgestellt hast?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was würdest du zum weiteren Verlauf der Dinge sagen? Zur Reaktion deines Sohnes? Zu deinem Testament, das nicht anerkannt wurde? Wolltest du, dass ich mich um deine Wohnung kümmere? Dass dein Auto nun bei mir in der Garage steht? Dass ich in deinen Sachen wühle und einen ganz anderen Menschen kennenlerne, als ich ihn von Besuchen gekannt habe?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du bist mir sehr nah geworden. Ich habe viel Zeit in deiner Wohnung verbracht. Nach Wertgegenständen suchend, auf Handwerker wartend, nach Post schauend, Verderbliches und auch Erinnerungen aussortierend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe so viele Einblicke in dein Leben gewonnen, wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Manchmal frage ich mich, warum ich den Kontakt zu dir zu Lebzeiten immer auf ein Minimum begrenzt habe. Aber vermutlich weißt du besser warum das so war, als ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manchmal frage ich mich, ob du mir noch etwas sagen willst. Ob du mir Gedanken sendest - von wo auch immer du jetzt bist. Ich habe einen Kloß im Hals, wenn ich an das alles denke. Und ich frage mich, welche Lektion ich daraus lernen soll. Gelernt habe ich einiges, aber war das dabei, was für mich bestimmt war? Man weiß das immer erst später. Manchmal erst viel später. Aber für irgendetwas wird es gut sein. Und dass es gerade mich getroffen hat, wird auch seinen Grund haben. Ich bin gespannt darauf, wenn ich ihn irgendwann einmal erfahre.</description>
    <dc:creator>Majsol</dc:creator>
    <dc:subject>GedankenWelt</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2011 Majsol</dc:rights>
    <dc:date>2011-04-12T21:15:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://majsol.twoday.net/stories/16561316/">
    <title>Es neigt sich dem Ende</title>
    <link>http://majsol.twoday.net/stories/16561316/</link>
    <description>Viele Wochen ist es mittlerweile her, dass der Freund der Familie sich bewusst von dieser Welt verabschiedet hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zwischenzeit war geprägt von vielen neuen Erfahrungen, die ich dadurch machen konnte, dass ich mich quasi selbst zum Verwalter der Dinge des Toten gemacht habe. Vom Bruder bevollmächtigt, habe ich Versicherungen, Verpflichtungen, Werbeversender und die Wohnung gekündigt. Ich war da, als die Maklerin die Wohnung besichtigt hat, als Zählerstände abgelesen und Wasserzähler ausgetauscht wurden, einen Entrümpler habe ich die Wohnung gezeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unzählige Telefonate mit dem Bruder, Gespräche mit Freunden und meinen Eltern sowie den Versicherern, Ärzten und dem Vermieter habe ich geführt. Nicht ein einziges mit den Nachbarn. Sie interessiert vermutlich nicht, was um sie herum passiert und passiert ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterdessen war der Bruder mit Frau und Sohn da und hat sich das eine oder andere Wertstück aus der Wohnung mitgenommen und den Erbanteil dem Sohn überschrieben. Ich habe durch diese immer noch absurde Situation sehr nette Menschen kennen gelernt. Sie haben mir vertraut, obwohl wir uns nur vom Telefon kannten. Eine ganz neue Erfahrung. Irgendwie schön.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesen Tagen haben wir weitere Dinge aus der Wohnung geholt, die wir noch für uns gebrauchen können: Herd, Waschmaschine, Bilder, Bücher, Kleinigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was eine Seele so viele Jahre angesammelt hat, pflücken wir auseinander und schlachten es aus. Ihm hat es etwas bedeutet - uns bedeutet es auch etwas. Nur eben anders. Der Sohn der Nachbarn räumt nun die Reste aus der Wohnung, entsorgt den Müll, veräußert die Möbel und nimmt Verkaufsfähiges mit in seinen Laden. So lebt wenigstens etwas vom Freund der Familie weiter. Nicht alles verschwindet im Container. Aber mittlerweile tut es weh, diese sorgsam gehütete Wohnung nun in Fetzen zu sehen. Ich wünsche mir, dass es bald vorbei ist.</description>
    <dc:creator>Majsol</dc:creator>
    <dc:subject>GefühlsWelt</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2011 Majsol</dc:rights>
    <dc:date>2011-04-12T21:04:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://majsol.twoday.net/stories/14639253/">
    <title>Ein letzter Weg</title>
    <link>http://majsol.twoday.net/stories/14639253/</link>
    <description>&quot;Zum Leben gehört auch das Sterben&quot; - diesen Satz schätze ich besonders, denn er zeigt, dass die Menschen immer wieder gerne verdrängen, dass jedes Leben auch einmal ein Ende hat. Und plötzlich wird dieses Bewusstsein wieder in den Vordergrund gerückt, und man steht hilflos und ungläubig davor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mir ist es vor einigen Wochen so gegangen. Genau am 24. Januar, also vor gut einem Monat. Es war ein Montag, ich saß noch zu vorgerückter Stunde an meinem Arbeitsplatz, als mein Bürotelefon klingelte. Viel zu spät für einen Kundenanruf. Eine Handynummer. Unbekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war der Nachbar eines Freundes der Familie, der sich kurz vorstellte und mir dann mitteilte, dass der Briefkasten des besagten Freundes überquoll. Gänzlich fremd für den Freund. Ein schwer zu beschreibendes Gefühl stieg in mir auf, als ich dem Mann versicherte, dass ich mich samt Wohnungsschlüssel gleich auf den Weg machen würde. Unterwegs rasten meine Gedanken. Was ist wenn...? Unaussprechlich. Schwer zu denken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Freund war ein schwieriger Mann. Er konnte herzlich sein, aber auch engstirnig und manchmal etwas weltfremd. Vor gut drei Jahren hatte er mich gefragt, ob ich seine Patientenverfügung für ihn durchsetzen würde. &quot;Im Falle eines Falles&quot;. Damals war ich etwas verwundert, aber ich hatte kein Problem damit, ihm zu versprechen, dass ich dafür sorgen würde, dass er nicht ungewünscht am Leben erhalten wird. Und nun lief der Briefkasten über...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allein wollte ich nicht in die Wohnung, und so bat ich die Polizei, mich zu begleiten. Ich war mir nicht sicher, was mich erwarten würde, nachdem der Freund schon seit Jahren immer wieder betont hatte, dass er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr leben wolle und irgendwann seinem Leben bewusst ein Ende setzen würde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vermutung hat sich bewahrheitet. Der Polizist konnte nur noch feststellen, dass wir viele Tage zu spät waren. Es erschreckte mich nicht richtig. Innerlich atmete ich eigentlich auf, denn der Freund hatte seinen Willen verwirklicht, und ich war spät genug erschienen, um nicht mehr über sein Leben entscheiden zu müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es folgte die Spurensicherung in der Wohnung, der Anruf bei dem Bruder, der als einziger von dem Tod erfahren sollte, und die Identifizierung des Freundes, der seinem Passbild schon lange nicht mehr ähnlich sah. Als er abgeholt wurde, ließ ich seine Wohnung versiegeln, da ich mir nicht sicher war, wer alles einen Schlüssel hatte... Die Putzfrau. Der enterbte Sohn. Der Vermieter. Irgendwelche Nachbarn?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tage später habe ich die Schlüssel vom Amtsgericht zurück erhalten. Der Bruder, den ich bis heute nicht persönlich kennen gelernt habe, hat mich dazu bevollmächtigt. Das Auto steht nun bei uns zu Haus, ebenso Wertgegenstände, Papiere, Kontoauszüge und Sparbücher. Der Sohn sollte sich um die Auflösung der Wohnung kümmern, sämtliche Wertsachen sollte der Bruder bekommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist einen Monat her. Vom Sohn keine Spur. Er hat sich über einen Anwalt als &quot;befangen&quot; erklärt. Er könne nicht in die Wohnung seines Vaters gehen, und auch die Beisetzung wäre zuviel für seine Seele. Ebenso wenig ist der Bruder bisher in die Stadt gekommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade war die anonyme Urnenbeisetzung. Drei Menschen haben teilgenommen: Meine Eltern und ich. Weitere Freunde gab es lange nicht mehr in seinem Leben. Verwandte waren aus verschiedenen Gründen nicht anwesend. Nach einigen Minuten in einem Trauerraum allein mit der Urne und den eigenen Gedanken, folgt ein kurzer Gang über den Friedhof zu einer großen runden Wiese, in deren Mitte drei Steine trösten: &quot;Was bleibt ist die Erinnerung&quot;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Träger bringen unter Glockengeläut die Urne in Würde zu diesem Platz. Drei Menschen folgen ihnen. Ein kleiner Rosenkranz schmückt die Ränder der geringen Tiefe. Die Sonne scheint durch die winterlich kahlen Bäume auf die leicht gefrorene Erde. Die Träger falten ihre Hände, senken die Köpfe und gehen. Zwei Rosensträuße und drei Schaufeln Erde fallen auf die Urne. Schluss. Das war&apos;s. Keine Trauerrede. Keine Beileidsbekundungen. Nur Vogelzwitschern. Sonne. Gedanken an vergangene Zeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann sind wir gegangen.</description>
    <dc:creator>Majsol</dc:creator>
    <dc:subject>GefühlsWelt</dc:subject>
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